GOTS, OEKO-TEX, Fair Wear: Was die Siegel wirklich bedeuten
Auf Kinderkleidung kleben inzwischen mehr Siegel als auf einem Reisepass. Manche sagen etwas aus, manche sind Eigenlob mit Logo. Hier die drei, auf die es tatsächlich ankommt – und was sie jeweils nicht abdecken.
GOTS: der Anbau
Der Global Organic Textile Standard ist der strengste der drei. Er verlangt mindestens 70 Prozent zertifizierte Bio-Naturfasern, verbietet eine lange Liste an Chemikalien in der Verarbeitung und stellt zusätzlich soziale Mindestanforderungen an die Betriebe.
Was GOTS nicht garantiert: dass in dem Betrieb, der dein Shirt bedruckt hat, faire Löhne gezahlt werden. Das Siegel hängt an der Lieferkette der Ware, nicht an jedem Schritt danach.
OEKO-TEX Standard 100: die Schadstoffe
Hier geht es ausschließlich um das fertige Produkt: Ist es frei von gesundheitsschädlichen Rückständen? Bei Babyartikeln gelten die strengsten Grenzwerte der Norm, weil Kleines gern am Stoff kaut.
Was OEKO-TEX nicht sagt: ob die Baumwolle biologisch angebaut wurde. Ein konventionelles Shirt kann OEKO-TEX-zertifiziert sein. Es ist ein Schadstoff-Siegel, kein Bio-Siegel.
Fair Wear Foundation: die Menschen
Die Fair Wear Foundation prüft Arbeitsbedingungen in den Nähereien – Arbeitszeiten, Sicherheit, Vereinigungsfreiheit, existenzsichernde Löhne. Wichtig: Es ist eine Mitgliedschaft mit jährlicher Überprüfung, kein Produktsiegel. Du findest es also nicht im Etikett, sondern beim Hersteller.
Erst zusammen ergeben die drei ein vollständiges Bild.
Woran du Greenwashing erkennst
- Fantasie-Siegel ohne Prüfstelle. Ein grünes Blatt mit „eco“ ist kein Zertifikat.
- „Aus nachhaltigen Materialien“ ohne Angabe, welche und wie viel Prozent.
- „Klimaneutral“ ohne Erklärung, wie das erreicht wurde. Seit einem BGH-Urteil von 2024 muss das direkt an der Aussage stehen.
- Ein Siegel für die ganze Kollektion, obwohl nur ein Artikel zertifiziert ist.
Was das bei uns heißt:
Unsere Textilien kommen von Stanley/Stella: GOTS-zertifiziert, OEKO-TEX-geprüft, gefertigt nach den Standards der Fair Wear Foundation. Bedruckt und bestickt wird in Deutschland, erst nach deiner Bestellung.
Accessoires wie Tassen und Thermoflaschen sind keine Textilien und tragen andere Angaben – die stehen auf jeder Produktseite einzeln.
Und die ehrliche Einschränkung
Kein Siegel deckt alles ab. Wer dir erzählt, sein Shirt sei rundum unbedenklich, weil ein Logo drauf ist, vereinfacht. Die vollständige Geschichte unserer Lieferkette – inklusive der Frage, warum in Bangladesch gefertigt wird – steht in unserem Produktionsartikel.
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